ABC - Pian, Jean Bat.de (d.i.Giovanni Battista): "Alphabet Pittoresque". Folge von 26 chromolithographierten Tafeln von Leopold Müller, Johann Höfelich und Matthias Rudolf Toma nach G.B.Pian. Wien. Müller, L., 1842-44. Blattgröße: 46 x 36 cm; Bildgröße

Außerordentlich seltenes Architektur-Alphabet, das zu den Meisterwerken des 19. Jhdts. dieses Genresgezählt wird. - "Das Werk enthält 26 Blätter, von denen jedes einem Buchstaben des struwwelpeterAntiqua-Versal-Alphabetes zugeordnet ist. Funktionell eingebunden sind die Buchstaben in die Architekturvon Gebäudeteilen und Gebäuden in einer mehr oder minder realistisch gesehenen Landschaft. Die Architekturen wirken wie Bühnendekorationen undverraten die routinierte Hand eines Bühnenbildners,während sich die Idee selbst - nämlich, die Letter mit architektonischen Formen zu verbinden - die Verwandschaftdes Buchstabens mit der Material- und Baustruktur, die ihm entspricht, zunutze macht. Giovanni Battista de Pia (1813-57; er nennt sich mitunter auf gut wienerisch auch Johann Baptist) war der Sohn von Antonio de Pia (1784-1851), ohne Zweifel der bekannteste Wiener Maler aus dieser Familie und Enkel des Giovanni Maria de Pia. Über seine Person kann leider wenig in Erfahrung gebracht werden. Mehrere Ölbilder erweisen, daß er die Familienvorliebe für architektonische Motive teilte. struwwelpeterEr muß zumindest gelegentlich auch in Venedig tätig gewesen sein, da er unter anderem das Innere des Baptisteriums der Markuskirche gemalt hat. -Der intellektuellen Rafinesse des Architektur-Alpabetes entspricht die technische. Das noch junge Verfahren der Lithographie ersetzt die strenge Linie des Kupferstichs durch die Weichheit desTones oder denSchmelz der zarten Farben. Entsprechend hoch ist die Leistung der Lithographen zu werten;denn der Entwerfer hat struwwelpeterseine Schöpfung ja nicht selbst auf den Stein übertragen. Außerdem gibt das Werk einen aufschlußreichen Einblick in die Frühgeschichte der Lithographie in Wien"(zitiert nach A.Durstmüller, Ein Schmuckalphabet aus Wien,Stuttgart 1973; auch mit ausführlichen Lebensläufen der Lithografen Müller, Höfelich und Toma). Thieme-B. 26, S. 562. - Schönes und breitrandiges Exemplar.

 

Bei Interesse nehmen Sie bitte Kontakt mit uns auf.